Primizfeier in St. Marien

Primizfeier in St. Marien

Primizfeier in St. Marien

# Bericht

Primizfeier in St. Marien

Die Primizfeier ist eine katholische Tradition, bei der ein Neupriester zum ersten Mal die Heilige Messe feiert. Dieses Ereignis in der Heimatgemeinde oder der Gemeinde, in der, der Neupriester seine Tätigkeit beginnt, wird meist von einem Gemeindefest umrahmt, bei der die Gemeinde zusammenkommt, um diesen besonderen Meilenstein zu würdigen. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist die Primizfeier ein Symbol für die Hingabe, den Glauben und die Verbundenheit mit der christlichen Gemeinschaft, die in der weiten Öffentlichkeit teilweise sehr angefragt, kritisch beobachtet wird. 

Die emotionale Tiefe und die spirituelle Bedeutung dieser Zeremonie bietet den Teilnehmern eine Möglichkeit, sich ihren Glauben und ihre Werte bewusst zu machen. Eben auch diese Gemeinschaft nach außen zu präsentieren.

Bilder: Primiz und Gemeindefest Stefan Plitzner + Bischof Clemens Pickel 2002

Es ist schon eine ganze Zeit her als in unserer Gemeinde „Heilige Dreifaltigkeit“ Primiz gefeiert wurde, das war am 30.06.2002 zur Priesterweihe von Stefan Plitzner. Dort war auch der aus dem Bistum Dresden-Meißen stammende Clemens Pickel als amtlicher, sibirischer Bischof, zuständig für Katholiken in weiten Teilen Russlands, ein besonderer Gast. 

24 Jahre später 2026, dürfen wir uns wieder einmal auf eine solche Feier freuen. Hier bei uns im Norden haben die evangelischen Geschwister die größeren Kirchen. Zur Feier der Primiz von unserem Neupriester Dennis, hat uns die evangelische Kirchengemeinde in Stralsund dankenswerterweise ihre Marien-Kirche zur Verfügung gestellt. Ein schönes Zeichen in der Ökumene.

Unser Neupriester, Dennis Castillo, der sein Amt antritt, wird dabei vor allem das erste Mal als Vorsteher der Eucharistiefeier erlebt. Die Handlungen dazu in dieser riesigen, gotischen Kirche sind ein bleibendes Erlebnis für ihn und alle Anwesenden. Deshalb ist es passend, wenn ergänzend zu diesem Hauptamt des priesterlichen Dienstes auch die anderen wesentlichen Aufgaben hinzukommen und erfahrbar werden. Dazu gibt es in den kommenden Wochen genug Zeit.

Der Primiziant wird während der nächsten Tage und Wochen in unserer Pfarrei, die ja von den territorialen Ausmaßen her, die größte in ganz Deutschland ist, durch Besuche bei Kranken und in caritativen Einrichtungen, dem Hospizdienst oder dem Lazarusdienst, die diakonische Dimension des kirchlichen Amtes bewusst annehmen. Es werden sich bestimmt auch Gelegenheiten finden, wo er als Spender des Bußsakramentes und als Seelsorger an sich wirkt. 

Die Marienkirche ist zu der heutigen Primizfeier mehr als gut gefüllt, nach guten Schätzungen haben etwa 600 Gottesdienstbesucher daran teilgenommen. Neben unserem Pfarrer und unseren Pfarrvikaren gab es noch weitere Pfarrer aus der Heimat von Dennis und Seminaristen aus Berlin, die zusammen mit den Ministranten im Gottesdienst dienten.

In der Feier der Primiz-Messe zum heutigen Tag in der St. Marienkirche in Stralsund dem 31.05.2026 hielt Pfarrvikar Ronaldo Prado Palma die Primiz-Predigt.

Folgendes hob er hervor:

"Heute feiern wir die Primiz Messe unseres Bruders Dennis Castillo Jimenez, der nicht nur einen langen Weg der Berufung gegangen ist, sondern auch einen weiten Weg von der Dominikanischen Republik bis hier nach Deutschland. Und glauben Sie mir: Wenn jemand freiwillig von karibischer Sonne zu Berliner Winter wechselt, dann ist das entweder ein Zeichen einer tiefen Berufung oder er hat vorher nicht gegoogelt. Für mich ist dieser Moment besonders, denn als ich ihn zum ersten Mal sah, schaute er mich an und fragte: „Bist du der berühmte Ronald?“ Ich wusste nicht, ob ich lachen oder mich verbeugen sollte. Aber eines wusste ich: Dieser Mann hat Humor - und ein großes Herz.

(Pfarrvikar Ronaldo Prado Palma, war schon zweimal in unserer Gemeinde Gastr)

Gott ruft uns oft auf Wegen, die wir selbst nie geplant hätten. Unser Bruder Dennis hier hat erlebt, wie Gott ihn aus seiner Heimat herausgerufen hat. Vielleicht hat er gebetet: „Herr, sende mich wohin Du willst ... nur bitte nicht an einen Ort ohne Strand.“ Doch Gott sagte: „Deutschland-Berlin.

Aber wer sich von Gott senden lässt, verliert nichts. Er empfängt alles neu: neue Geschwister, neue Wege, neue Freude. Und ja, sogar neue kulinarische Abenteuer. Anstatt Reis mit Bohnen und Fleisch zu essen, hast du in Deutschland Currywurst, Döner, Eisbein, Sauerkraut, Kartoffeln usw. zu essen. Ein Priester in Deutschland-Berlin braucht Mut, Geduld - und Humor. Viel Humor.

Wir gehören zur gleichen Neokatechumenalen Gemeinschaft in Berlin. Dort haben wir gelernt, was es heißt, in kleinen Schritten zu gehen, immer wieder aufzustehen, uns vom Wort Gottes Formen zu lassen.  Das ist die Schönheit des Priestertums: nicht für sich selbst zu leben, sondern für Christus und sein Volk. Nicht die eigene Karriere zu suchen, sondern Menschen zu Christus zu führen. Nicht zu fragen: „Was bekomme ich?“, sondern: „Wem kann ich dienen?“

Lieber Bruder Dennis, danke für dein „Hier bin ich“. Danke für deinen Mut, deine Freude, deine Hingabe. Möge der Herr durch deine Hände viele Herzen berühren. Möge deine Mission hier im Norden des Erzbistums Berlin Licht sein und Helligkeit."

Soweit Auszüge aus der Predigt!

Der ganze Gottesdienst war geprägt von der Freude am gemeinsamen katholischen Glauben und von der Dankbarkeit gegenüber Christus, der seine Verheißung wahr macht, selbst gegenwärtig zu sein, dazu in einer evangelischen Geschwisterkirche. Deren Gläubige zur Feier ebenso eingeladen und auch in guter Zahl begeistert im Gottesdienst dabei waren.

Der Festgottesdienst wurde auch musikalisch besonders gestaltet, im Wechsel von Chor und Seminaristen und dem Gesang aller Anwesenden werden Kyrie, Gloria, Halleluja, Credo, Sanctus und Agnus Dei gesungen und gespielt. Abschließend bringen Kinder aus der Kinderkirche unserem Neupriester ein Ständchen. Die Gemeinde und die Jugendlichen der Gemeinde haben noch besondere Geschenke mit vielen Wünschen für den Primizianten.

Die Eucharistiefeier endet mit dem Primiz-Segen, für den viele Gläubige einen weiten Weg auf sich genommen haben, z.B. aus seiner Dominikanischen Heimat. Mit seinem Primiz-Segen ist unser Dennis Castillo am heutigen Tag und auch in den Tagen danach überall willkommen. Heute wollte die lange Reihe der Wartenden auf den Primiz-Segen gar nicht abreißen.

Er wird ihn auch noch bei weiteren Gelegenheiten als Einzelsegen spenden. Zur Erinnerung gibt es Primiz-Bildchen, darauf auch sein geistlicher Wahlspruch für sein priesterliches Leben.

Nach der Eucharistiefeier entfaltet sich die Primiz zu einem großen Gemeindefest, wo beim gemeinsamen Essen und Trinken und in vielen Gratulationen, Grußworten und Geschenken die Freude darüber zum Ausdruck kommt, dass "einer von uns" Priester geworden ist. Darin darf auch ein gewisser Stolz der Gesamtpfarrei, im ländlichen Raum und unseren Städten, mitschwingen. Man lässt den Primizianten hochleben und konfrontiert ihn dabei mit der Realität in seiner neuen öffentlichen Rolle als Priester.

Die Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen, eine Frauentanzgruppe aus Altentreptow und der Familienchor unter Leitung von Sigrid Hammer bereiteten dem Primizianten sowie allen Anwesenden viel Freude

Dieser Sonntag war ein einzigartiger, nicht alltäglicher, bedeutender, der den Auftakt zu Dennis Castillos priesterlichem Lebenswerk beginnen wird. Der Tag zeigt christliche Gemeinschaft, verbindet Menschen und stärkt den Glauben. Vieles, bleibt unvergesslich! Die Vorbereitungen, die Organisation und die Feier selbst sind nicht nur eine Hommage an den neuen Priester, Dennis Castillo, sondern auch ein Zeichen von helfender und unterstützender Bereitschaft in Dankbarkeit und Liebe innerhalb der unterschiedlichen Gemeinden in unserer Weite und Vielfalt. Ein großer Dank an alle aktiven Gläubigen und an das Pastoral-Team der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin, die diesen Tag so möglich gemacht haben.

DANKE SCHÖN!

Roland Steinfurth
Gemeinde „Heilige Dreifaltigkeit“ Stralsund
Pfarrei St. Bernhard


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