09/02/2026 0 Kommentare
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 52
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 52
# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 52
Jugendseelsorger-Caritas Direktor- Katholischer Pfarrer mit Grundsätzen in sozialistischem Umfeld
Pfarrer Dekan Wolfram Lewicki
Am 01. April 1971 kommt der Berliner Wolfram Lewicki zu uns als Pfarrer und Nachfolger von Pfarrer Georg Ketz nach Stralsund. Er ist geboren am 03. Januar 1925 und wuchs zusammen mit zwei Brüdern in der Gemeinde St. Ansgar in Berlin Moabit auf. Hier getauft, Erstkommunion, Firmung und Ministrant mit Leib und Seele. Von 1945 bis 1946 engagiert er sich dabei sehr im Amt eines Pfarrjugendführers gegen den ideologischen Einfluss aus der Nazi – Jugend. Noch sehr jung wurde er zum Militärdienst eingezogen, diente in der Luftwaffe. Bei Erzählungen berichtete er davon, doch nicht so gerne.
Nach dem Theologiestudium 1946 bis 1951 in Fulda wurde er am 15.Juli 1951 von Konrad Kardinal von Preysing in der Kreuzberger Liebfrauenkirche zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte am 22. Juli 1951 in der Kapelle Maria Trost der Marienschwestern in der Gallwitzallee. Als Kaplan war er ab August 1951 in St. Adalbert in Berlin –Mitte tätig. Im Oktober 1954 wurde er zum Kuratus von Alt-Buchhorst bestellt. Zugleich wurde er Mitarbeiter des Bischöflichen Amtes für Jugendseelsorge und zum Rektor vom Christian-Schreiber-Haus ernannt. Einige unserer Gemeindemitglieder haben ihn dieser Zeit in AB, so die Kurzform von Alt-Buchhorst, kennen und schätzen gelernt.
Im Jahr 1962 erhielt er den Titel Pfarrer und wurde zum Hausgeistlichen des Sankt-Joseph-Heimes in Berlin-Prenzlauer Berg, zugleich erfolgt auch die Ernennung zum Direktor des Caritas Verbandes im Bistum Berlin.

Im April 1971 wurde er zum Pfarrer unserer Gemeinde, 1972 bis 1990 dann auch Dekan des Dekanats Stralsund. Sein Tatendrang lässt vieles anders werden besonders in pastoraler kirchenkünstlerischer Umgestaltung, von Kniebänken bis zu „Ewigen Licht“ in der Kirche. Vielen sind noch Auszüge aus seinen Predigten in Erinnerung. Predigen und Unterstützung in besonders schwierigen Situationen und Lebenslagen, derer es im tiefsten DDR- Sozialismus zuhauf gab, da war er ein gesuchter Helfer und Vermittler für so manches Gemeindemitglied. Was ihn auch gut charakterisiert sein Einsatz in der Seelsorge mit den Kindern, Jugend die Kinderwochen einmal im Jahr in St. Josef oder die regelmäßigen Altentage. 1992 wurde ihm zusätzlich die seelsorgliche Verantwortung für die Kuratie St. Jakobus in Grimmen übertragen. 1995 ging er in Ruhestand, den er in St. Matthias Berlin Schöneberg nahm. Was aus seinem Priesterlichen Leben von der bischöflichen Obrigkeit im Bistum verschwiegen wurde, war seine Vaterschaft, aber irgendwie passt dies wieder zu Pfarrer Wolfram Lewicki, voll schöpferischer Kraft in alle Richtungen. Er verstarb am 23.06. 2012. Halten wir kurz inne, denken an die DDR-Zeit und sagen Danke für seinen Einsatz und Aufopferung.
Pfarrer Dekan Wolfram Lewicki:
Gemeindeglieder und Andere berichten
St. Matthias Berlin Schöneberg - Nachruf
24. Juni 2014
Unseren Hochwürdigsten Herr Pfarrer Wolfram Lewicki geboren 1925, zum Priester geweiht 1951 und vom Herrn zu sich gerufen am 23. Juni 2012. Unsere Pfarrei dankt ihm und Gott für sein unermüdliches Wirken in St. Matthias. Oft feierte er die heilige Messe am Morgen. Kurze Impulse zum Evangelium und zu den Tagesheiligen waren eine Bereicherung. Als Beichtvater wurde er sehr geschätzt. Es ist gut zu wissen, dass wir als Kirche mit unseren Priestern und untereinander in Christus ewig verbunden bleiben.
„Ein Fels in der Brandung“ zum 75.Geburtstag
Am 3. Januar 2000 feierte Pfarrer i.R. Wolfram Lewicki in Berlin seinen 75. Geburtstag. Die Gemeinde in Stralsund freut sich, dass er diesen Tag bei guter Gesundheit begehen konnte. In seinem Leben hat er bedeutende Spuren hinterlassen, die bis heute geschätzt werden.
Einige seiner wichtigen Lebensstationen sind folgende: Sein Theologiestudium begann 1945 in Fulda, und 1951 wurde er in Berlin zum Priester geweiht. Er galt neben Alfred Bengsch als einer der herausragenden Studenten am Priesterseminar.
Von 1951 bis 1954 war er Kaplan in St. Adalbert in Berlin, wo er eine beachtliche Jugendarbeit leistete. Er organisierte zahlreiche Jugendgruppen und führte regelmäßige Straßensammlungen durch.
Ab dem 1. Oktober 1954 war er Rektor des Christian-Schreiber-Hauses in Alt Buchhorst bis 1965. Hier nahm er verschiedene bauliche Veränderungen vor und entwickelte einen einzigartigen Baustil.
Am 15. Mai 1962 wurde er Caritasdirektor für den Ostteil des Bistums. Das Gebäude in der Pappelallee diente als wichtige Kommunikations- und Meditationsstätte. Wie er seine Aufgaben trotz der politischen Bedingungen erfüllte, bleibt ein Geheimnis zwischen ihm und Gott.
Am 1. April 1971 wurde er Pfarrer in Stralsund und Dekan des Dekanates Stralsund. In dieser Position arbeitete er eng mit den Bischöfen zusammen und bewältigte viele Herausforderungen. Trotz einiger Schwierigkeiten blieb er geduldig und zielstrebig.
Lewickis Engagement in der liturgischen, pastoralen und seelsorgerischen Arbeit in Stralsund ist bemerkenswert. Während der Zeit der sozialistischen Diktatur setzte er sich aktiv gegen Unrecht ein und verteidigte die Freiheit der Kirche und des Einzelnen.

Besondere Erwähnung verdient seine Rolle bei der Gestaltung des Gotteshauses, einschließlich der Sakramentskapelle, der Marienstatue, des Taufbrunnens und der Kreuzweg- und Pfingststationen. Er gründete auch die erste katholische Kindertagesstätte „Marienkrone“ und engagierte sich beim Bau des neuen Seniorenwohnhauses der Caritas am Jungfernstieg. Er empfing viele Gemeindemitglieder mit offenen Armen, mit den Worten: “Du bist auch eine Säule der Gemeinde!“
Dekan Lewickis Amtszeit endete nach über 24 Jahren am 28. Mai 1995 in Stralsund mit einem festlichen Gottesdienst.
Jürgen Grieger
„Überraschung“ zum 75.Geburtstag
Wir – das waren die vom Herrn Dekan ins Leben gerufene Instrumentalgruppe mit Musikern der Familie Bimberg und Hammer. 1994 zur Weihnachtsmesse, dem Abschiedsgottesdienst von Herrn Dekan Lewicki, gaben wir uns das Versprechen, den Jubilar 2000 zum 75. Geburtstag mit einem Ständchen zu überraschen – als Dank für sein segensreiches Wirken in unserer Gemeinde. Nur Fräulein Horstmann wurde als Verbündete eingeweiht. Am Vortag des Jubiläums wurde mit Eifer und gewohnter Hektik in Woltersdorf bis in die späte Nacht geprobt. Am 3. Januar traf sich dann die Gruppe pünktlich vor dem Haus des Jubilars. Das enge Treppenhaus war als Bühne reichlich ungeeignet, trotzdem fand jeder mit dem nötigen Lampenfieber seinen Platz.
Das Klingeln rief zunächst das verblüffte Fräulein Horstmann an die Tür. Mitten im ersten majestätisch klingenden Kanon von Pachelbel erschien der Jubilar – zuerst verwundert, dann ergriffen, schließlich strahlend. Seinem Gesicht sahen wir die gelungene Überraschung an. Die beiderseits tief empfundener Freude des Wiedersehens werden wir im Herzen bewahren. An vielen kleinen Dingen in der Wohnung konnten wir Zeichen seiner Verbundenheit mit unserer Gemeinde erkennen.
Mit dem Segen Gottes, mit guten Wünschen für die ganze Gemeinde und mit frohem Herzen traten wir die Heimreise nach Stralsund an.
Hansjürgen Bimberg
„Seit 60 Jahren Priester „Diamantenes Jubiläum“
Von den 16 Priestern, die am 15.Juli vor 60 Jahren zum priesterlichen Dienst für das Bistum Berlin geweiht wurden, kann Wolfram Lewicki als einziger das diamantene Jubiläum in relativ erstaunlicher Vielfalt feiern. Gehört er doch zu jenen, die noch die Schrecken des Krieges bestehen mussten und dabei eine Bestätigung ihrer geistlichen Berufung fanden.
Bereits in seiner Kaplans Zeit in St. Adalbert in Berlin wurde seine besondere Begabung für die Jugendseelsorge sichtbar. So ging der Weg weiter als Rektor des Christian-Schreiber-Hauses in die diözesane Jugendarbeit. Seine Talente für das Bauen hinterließen dort bis heute erkennbare Spuren.
1962 wurde er Mitarbeiter und Stellvertreter von Johannes Zinke, dem damaligen Direktor des Deutschen Caritasverbandes im Bereich der Berliner Bischofskonferenz. Im Auftrag von Kardinal Bengsch gestaltete er das Josephsheim in der Pappelallee zur zentralen Bildungsstätte für das Bistum Berlin und die anderen Jurisdiktionsbezirke der ehemaligen DDR sowie des Caritasverbandes. Die „Pappelallee“ wurde zur Drehscheibe der Begegnung von Priestern und Laien aus beiden Teilen Deutschlands und in der Vorwendezeit für Christen aus Ost- und Westeuropa. Noch heute ist auch dort die bauliche Handschrift von Wolfram Lewicki erkennbar.
1971 übernahm der Jubilar die als schwierig geltende Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Stralsund. Er fand manches pastorale Defizit in der Gemeinde vor: Im Kirchenraum gab es weder Tabernakel (noch immer in der Sakramentskapelle) noch Ewiges Licht (jetzt in das „Rote Meer“ integriert). Auch versuchte er durch Einbau von Kniebänken die Gemeinde wieder „zum Knien zu erziehen“. !8 Jahre hatte er das Amt des Dekans für das großräumige Dekanat Stralsund inne, als Dekan spricht seine ehemalige Gemeinde ihn noch heute an.
Seit 1995 hat Pfarrer-Dekan Lewicki eine Ruhestandswohnung in unmittelbarer Nähe der St. Matthias-Kirche in Berlin Schöneberg. Dem Jubilar Gottes Beistand für die Zeit die ihm noch geschenkt wird.
Pfarrer i.R. Konrad Schröter – Weihbischof Wolfgang Weider
„Matthiasfriedhof Berlin am 03.Juli 2012“
Es ist erst ein knappes Jahr her, da haben wir mit Wolfram Lewicki sein Diamantenes Priesterjubiläum gefeiert, der einzige seines Weihejahrgangs. Nun ist sein Lebenslauf vollendet. Als letzter der 1951er, sein Lebensbuch geschlossen. Ein Buch, das die äußeren Daten verzeichnet, aber auch Hinweis gibt auf die innere Entwicklung.
Blicken wir zunächst auf die priesterlichen Stationen seines Werdegangs. Da grüße ich die Leute aus St. Adalbert, wo er von 1951- 1954 Kaplan war. Den Kindern und Jugendlichen galt seine besondere Zuwendung, viele hat er sicher tief geprägt; vielleicht sind einige unter uns, die ihn damals erlebt haben.
Ich grüße die Leute aus Alt-Buchhorst. Als Mitarbeiter des Bischöflichen Amtes für Jugendseelsorge und Rektor des Christian-schreiber-Hauses war er von 1954-1962 zugleich Kuratus von AB. Er hat das Haus gestaltet, dessen Mittelpunkt und Wallfahrtsziel die Schutzmantelmadonna war und ist , hat ihm eine Seele gegeben, und die jungen Menschenhingen an seinen Worten und an seinem Akkordeon.
Ich grüße die Leute aus der Pappelallee, die Mitarbeiter der Caritas und die Schwestern des St.Josephheimes. 1962-1971 war er Direktor im Deutschen Caritas Verband Ost, Verbindungsperson zum Caritasverband West, und als solcher richtete er in der Pappelallee eine Bildungsstätte ein, die zugleich Begegnungsstätte wurde. Eine Drehscheibe, die vielleicht der wichtigste kirchliche Begegnungsort in der DDR war. Und hier kam ihm in der Ausgestaltung, wie schon in AB, seine künstlerische Ader und Handschrift zugute.
Ich grüße die Leute aus Stralsund. 1971-1995 war er Pfarrer der pommerschen Pfarrei, eine der ältesten in , unserem Bistum, davon 18 Jahre Dekan des Dekanates Stralsund. Pfarrer sein unter den Menschen, Seelsorger zur Seelenbetreuung, Mitbruder im Konvent und für seine Kapläne. Und hier vielfach unterstützt von Frau Agathe Horstmann, die als PHH (Pfarrhaushälterin), wie das Wort sagt, stehts zuerst für die Pfarrei da war und dann erst für den Haushalt des Pfarrers. Gruß auch ihr! Seit 1995 war er wieder in Berlin, seiner Heimatstadt, wo er am 03.01. 1925 geboren worden war, als jüngster von drei Brüdern, und ich grüße die Nichten mit ihren Familien. Aufgewachsen in einer kernigen kath. Familie, im Schatten von St. Paulus und begleitet von den Dominikanern. Nun lebte er bei einem anderen Apostel, St. Matthias, i.R. in Ruhe, aber zugleich in Ruf und Reichweite, vielfach zu Vertretungen, bis die Kräfte nachließen und auch ein kraftvoller Wolfram Lewicki, dem Altern Tribut zahlen musste. Das waren die Stationen seines Priesterlebens, schauen wir nun auf seine innere Entwicklung, auf seine Spiritualität.
Heute ist das Fest eines weiteren Apostels, Thomas, den meisten geläufig als der ungläubig Glaubende, siehe das Evangelium vom „Weißen Sonntag“. Dadurch wird oft eine andere Szene übersehen: Jesus hatte jenseits des Jordan erfahren, dass sein Freund Lazarus aus Bethanien schwer erkrankt sei. Statt sich unverzüglich auf den Weg zu begeben blieb er noch zwei Tage. Als er dann aufbrechen wollte, warnten ihn die Jünger, man wolle ihn steinigen. Da war es Thomas, nicht Petrus, der erklärte:“ Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihmzu sterben.“ Dieses Wort so scheint es, ist ein Schlüsselwort für unsere priesterliche Existenz. Und dazu ein Wort aus den Abschiedsreden, das ebenfalls von Thomas hervorgerufen wurde; Jesus sagt:“ Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“
Da ist als erstes unser Weg zur Weihe. Lasst uns mit Christus gehen, um mit ihm zu sterben, den Weg mit dem Herrn. Wolfram Lewicki gehörte zu jener Generation, die im Letzten Krieg verführt, missbraucht, geschändet und geopfert wurde. Für die jungen Soldaten ob kritisch zum NS oder nicht, stand die Verteidigung des Vaterlandes im Vorrang, wie es ihnen eingebläut worden war. Vereidigt aber wurden alle auf den Führer Adolf Hitler. Und in den Todesanzeigen stand: Gefallen für Führer, Volk und Vaterland. In einem Gespräch in Fulda schilderte Wolfram, wie nach der Invasion in der Normandie die SS-Division „Hitlerjugend“ aufgerieben wurde, hingeopfert für den „Führer“. 1945 wurde uns klar, welchem Verbrechen wir aufgesessen waren. Erfuhren von denen, die widerstanden hatten. Erinnert sei nur an Domprobst Bernhard Lichtenberg, der vor dem Gericht sich zu einem anderen Führer bekannte, Jesus Christus. Und diesem schloss sich Wolfram Lewicki nach dem Krieg, dessen Furie er überlebt hatte, bedingungslos und total an; nicht nur in der Jugendarbeit, jetzt in der Pfarrei Mater Dolorosa in Berlin Lankwitz, sondern mit dem Ziel: Priestertum. Breslau war nicht mehr, nun gingen wir Berliner nach Fulda. Für Wolfram Lewicki war nun Christus der Weg, begleitet von der kleinen heiligen Therese. Bei aller Sportlichkeit, Fröhlichkeit und Schalkhaftigkeit (Gestaltung von Fasching und Nikolausfeiern, (z.T. mit Alfred Bengsch) nahm er seine Sache sehr ernst. Priesterwerden – Sterben mit Christus! Am Ende steht der Zölibat (damals noch zur Subdiakonatsweihe), nicht nur eine Sache der Ehelosigkeit. Sicher, Priester in der Welt sind keine Mönche. Aber Schlichtheit in der Lebensführung, einen Lebensstil in Einfachheit und Bescheidenheit, das zu verwirklichen, gebührt ihnen wohl. Ebenso das Sich-einordnen in die Gemeinschaft des Bistums. Klarheit in der Glaubensverkündigung, das Sich fügen in Fragen des Gehorsams, wie bei der Priesterweihe versprochen, auch wenn es manchmal sehr wehtut. Damit verbunden ist die Bereitschaft zum Einsatz für die Menschen und ihre Rechte, wie es Wolfram Lewicki gerade in der DDR-Zeit praktiziert hat, ohne Rücksicht auf die eigenen Kräfte, notfalls hin bis zur Erschöpfung. Es geht um die Nachfolge im täglichen Leben, in guten Tagen wie in den Stunden der Kraftlosigkeit, der Enttäuschung und der Misserfolge. Darum schloss er seine Korrespondenz so oft mit dem „In Christo“. Darum das Gespür für die Worte:“ Ich bin mit Christus gekreuzigt; nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“
Und dieses Wort vom Sterben gilt dann auch für den letzten Lebensabschnitt, für das Altern, denn dies gehört zum Leben. Loslassen der Gemeinde, Abschied von lieben Menschen, Weggang von Wirkungsfeldern. Den langsamen körperlichen Verfall zur Kenntnis nehmen müssen, das Nachlassen auch der geistigen Kräfte erfahren müssen. Zu wissen auf ein Angewiesensein auf Menschen, die einem helfen, weil man nicht mehr selbst sich helfen kann. Der Schlaganfall war wohl so etwas. Und dann gab es für Wolfram Lewicki nur noch eins: nicht mehr, um Tage zu feilschen, vielmehr bereit sein für den letzten Ruf des Herrn. Dies war auch für Wolfram Lewicki die Grundlage seiner Priesterlichen Existenz. „Gott ist die Liebe!“ Und in diese Liebe übergeben wir nun unseren Mitbruder. Denn der Glaube wird einst übergehen in ein Schauen, die Hoffnung wird sich erfüllen, was aber bleibt in Ewigkeit, das ist die Liebe. Amen.
Monsignore Dr. Karl Heinz Hoefs
Nachruf für Pfarrer Wolfram Lewicki
Als Folge eines Schlaganfalls ist Pfarrer i.R. Wolfram Lewicki am 23. Juni 2012 im St. Franziskus- Krankenhaus in Berlin-Schöneberg verstorben. Aus dem priesterlichen Weihejahrgang 1951 rief ihn der Herr als letzten von 16 des Jahrgangs im 61. Jahr seines priesterlichen Wirkens zu sich. Für den Todesfall hatte er bereits in seiner Alt-Buchhorster Zeit niedergeschrieben: „Bitte; betet für mich! Sollte ich Armseeliger beim Gott der Liebe für sprechend wirken dürfen, werde ich keinen vergessen. Ich glaube an die LIEBE.“
Möge er dies nun so erfahren!
Gemeinde St. Matthias Berlin -Schöneberg
Eine Institution in unserer Katholischen Gemeinde
„Heilige Dreifaltigkeit“; in ihrer Zeit von 1971 -1995
Agatha, Horstmann
Mit Pfarrer Lewicki kam auch seine Pfarrhaushälterin Agathe, Horstmann, alle nannte sie nur „Fräulein Agatha“ nach Stralsund.
Überall hat sie in Guten Sinne mitgemischt. Nicht nur den Haushalt des Pfarrers geführt. Sie kannte alle Gruppen und Kreise und hielt Unwichtiges vom Pfarrer fern und versuchte immer eine Klärung auf dem kurzen Weg. Ob das immer gelang, fraglich, doch sind keine Beschwerden in der Chronik festgehalten.

Die Nachricht vom Heimgang unserer ehemaligen Pfarrhaushälterin, Fräulein Agathe Horstmann, am 30. September 2018 macht uns zwar betroffen; doch sollte uns das vor Gott dankbar machen, dass sie endlich von ihrem schweren Leiden erlöst wurde. Wir können in Erinnerung an ihr selbstloses Wirken in unserer Gemeinde von 1971 bis 1995 nur dankbar sein. Ihr Wirken lässt sich am besten mit einem Zitat von Charles Dickens erklären, denn so lebte sie:“ Tue alles Gute, was du vermagst, aber nur so leise wie möglich“. Für dieses Tun sei ihr an dieser Stelle noch einmal Danke gesagt mit einer Bitte:“ Möge es Gott reichlich vergelten“. Sie war, und ich bin fest davon überzeugt, von einem unerschütterlichen Glauben an die Liebe Gottes erfüllt und hat diese Liebe auch im Dienste Gottes gelebt. Ihr Lebensweg war dann folgerichtig ein Leidensweg, in dem ihr Weg seine Erfüllung fand. Ein paar authentische Worte auf diesem letzten Leidensweg zeugen nachhaltig für diese ihre schwer nachvollziehbare Einstellung. Zitat bei Nachricht ihrer unheilbaren Erkrankung:“ Jeder bekommt seinen Kreuzweg!“; zum Warum? „Gott allein weiß es“ und als ihre Hände und Füße nicht mehr konnten und wollten: „mal abwarten was Wird“ und zugleich „Wie Gott denn will... „Es waren ihre Letzten selbst geschriebenen Worte. Dem ist nichts hinzuzusetzen!
Jürgen Bimberg
In Gedenken an Felicitas Knoppke; verstorben 2024
Korrektur Wolfgang Vogt
überarbeitet Roland Steinfurth
Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund
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