22/08/2026 0 Kommentare
Firmfahrt ins Haus St. Elisabeth in Lage bei Rieste
Firmfahrt ins Haus St. Elisabeth in Lage bei Rieste
# Bericht

Firmfahrt ins Haus St. Elisabeth in Lage bei Rieste
Am Samstag, 15. August 2026, dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, ging es für die Firmlinge dieses Jahres endlich los. Zusammen mit den Firmbegleitern Gemeindereferentin Ingrid Uhlemann, Josi, Toni und mir fuhren wir nach der Hl. Messe in unserer Pfarrkirche mit zwei Bullis in Richtung Osnabrück. Das Haus Elisabeth ist eine Selbstversorgerunterkunft neben dem Kloster Lage und der Wallfahrtskirche St. Johannes der Täufer, das von einem Verein getragen wird und Jugendgruppen, Familien und anderen zu geistlichen Zusammenkünften angeboten wird. Die beiden Brüder Reinhard und Martin Trimpe, Priester aus dem Bistum Osnabrück, haben diesen Ort ins Leben gerufen.

Nach einer relativ entspannten Fahrt ohne große Staus kamen wir gegen 17 Uhr und wurden herzliche von den beiden Pfarrern begrüßt. Den Abend verbrachten wir mit der Organisation der Zimmer, Abendessen und einer Menge Spiel und Spaß.
Am Sonntag, 16. August, feierten wir am Vormittag den Sonntagsgottesdienst in der Kirche des Hl. Johannes des Täufers. Wir haben viele tolle Lieder gesungen. Eigentlich wollte uns Pater Bernhardin von den Franziskanern, die in Kloster Lage seit 2021 leben, durchs Kloster führen. Er hatte aber im Anschluss an die Hl. Messe eine Taufe. Spontan sprangen dafür Sr. Fidelis und Sr. Gratia von den Clarissen-Kapuzinerinnen ein, die auch einen Teil des Klosters bewohnen. Es war eine sehr schöne Begegnung im Klostergarten, bei der die Schwestern von ihrem kontemplativen Leben berichteten. Leider müssen sie und dann später auch die Brüder das Klostergebäude bald verlassen, weil es von der Diözese Osnabrück verkauft wird.

Der erste Tag stand ganz unter dem Motto: "Was hast du für Vorbilder?" Wir haben uns mit vielen Heiligen wie auch die Hl. Clara von Assisi beschäftigt, die ein starkes Vorbild für das christliche Leben sein können. Alle Firmlinge können sich ja zur Firmung einen Firmnamen von einem bedeutenden Heiligen wählen, der für ihr Leben eine besondere Bedeutung hat. Ein Fragebogen, den Toni entwickelt hatte, brachte jedem drei Vorschläge von Heiligen, die zu seiner Persönlichkeit passen.
Dann kamen noch die beiden Trimpe-Brüder zu Besuch und erzählten etwas zu ihrer 83-jährigen Lebensgeschichte und der Geschichte des Hauses St. Elisabeth. Das war sehr spannend, vor allem wie Gott so manches zum Guten gefügt hat. Den Abend ließen wir mit Grillen, Tischtennisspielen und zwei Runden Werwolf in froher Runde ausklingen.

Heute, am 17.08. (Montag), hatten wir die erste größere thematische Einheit. Es ging um die Frage nach dem Bösen in dieser Welt und wie Gott, der doch gut ist, das zulassen kann. Dazu gab es eine Gruppenarbeit mit anschließender Auswertung. Anschließend haben wir unsere christliche Botschaft vom Kreuz Christi und seiner rettenden Liebe betrachtet. Eine Antwort auf diese Frage, die vielleicht nicht eine harmonische Lösung anbietet, aber eine ganz neue und andere Perspektive auf unsere Wirklichkeit schenkt. Am späteren Nachmittag sind wir dann nach einem Spaziergang in den nahegelegenen Ort Rieste zum Einkaufen, in die Wallfahrts- und Klosterkirche St. Johannes zur Kreutztracht gegangen.

Zwei Johannitermönche aus den Anfängen des Klosters hatten eine Vision, sie sollten dieses Kreuz schnitzen, das wundertätig sein werde. So entstand ein bedeutender Wallfahrtsort, zu dem viele Menschen kommen, um für sich oder andere leidende Personen zu beten. Dazu wird dann das Kreuz um die Kirche getragen und dabei Rosenkranz gebetet. Das konnten wir dann auch gemeinsam tun. Es war eine gute Erfahrung, dass man eine schwere Last leichter trägt, wenn man nicht allein ist. Und wir wissen, dass Jesus das Kreuz für uns getragen hat und immer mit uns geht, so dass wir niemals allein sind.


Der vierte Tag (Dienstag) unserer Fahrt stand ganz unter dem Thema Beziehung. Unser Glaube ist nämlich im wesentlichen auf unsere Beziehung mit Gott und untereinander ausgerichtet. Wir glauben einen Gott, der bei uns ist und zu uns spricht. Und wie auch bei jeder menschlichen Beziehung gibt es Dinge, die stören, unsere Beziehung trüben oder auch kaputt machen können. Im Gegensatz zum Menschen lässt uns Gott aber nie los. Daher können wir immer wieder zu ihm kommen. Eine sehr wichtige Form der Beziehung und Beziehungspflege mit Gott ist das Gebet. Am Vormittag waren sieben Gebetsstationen vorbereitet, um die verschiedenen Formen des Gebetes kennenzulernen. Da gab es z.B. die Stille, das Meditieren der Heiligen Schrift, die Betrachtung oder auch die Möglichkeit, Jesus einen Brief zu schreiben. Am Nachmittag haben wir dann noch eine besondere Form des Gebetes betrachtet: den Rosenkranz. Jeder durfte einen basteln. Dann sind wir in den benachbarten Rosenkranzgarten gegangen und ihn auch gemeinsam gebetet.

Am heutigen Mittwoch ging es bei trüben Regenwetter in das etwa 30 km entfernte Dinklage. Dort besuchten wir Sr. Carola und die Benediktinerinnenabtei der Hl. Scholastika in der alten Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert. Die Burg Dinklage gehörte bis 1949 der Familie von Galen. Hier wurde der selige Löwe von Münster, Bischof Clemens Kardinal Graf von Galen, geboren und getauft. Er setzte sich in der Zeit des Nationalsozialismus in seinen Predigten mutig für das Recht auf Leben und die Würde jedes Menschen ein. 1949 übergab die Familie von Galen die Burg den Benediktinerinnen von Alexanderdorf bei Berlin, die dort einen neuen Konvent gründeten. Sr. Carola, deren leibliche Schwester in Stralsund lebt, erzählte viel aus ihrer eigenen Geschichte, ihrer Berufung und über das Leben im Kloster und beantwortete alle unsere Fragen. Es war eine sehr tiefgründige Begegnung. Zum Abschluss beteten wir mit den Schwestern das Mittagsgebet in der Kapelle des Klosters, der alten Scheune der Burg.

Am Nachmittag befassten wir uns dann nochmal mit der Nachfolge Christi, denn Leben mit Jesus hat Folgen. Da ging es um die besondere Berufung zur Ehe, zur Ehelosigkeit, aber vor allem grundlegend zur Heiligkeit eines christlichen Lebens, das durch die Sakramente der Eucharistie, der Beichte und der Krankensalbung erneuert und gestärkt wird. In einer Zeit vor dem Allerheiligsten konnten wir unsere ganz persönlichen Anliegen und alle, die uns am Herzen liegen, vor Jesus bringen. Dann gab es noch Nudeln mit Tomatensoße und einen geselligen Abend bei Rommé- oder Fußballspiel.

Am Donnerstag, dem 20.08., war endlich der Heilige Geist dran. Die dritte Person der Dreifaltigkeit ist vielleicht die am wenigsten greifbare und doch ist sie überall dabei. Ohne ihn geschieht nichts. Von der Schöpfung über Pfingsten bis in unsere Zeit ist er immer da und wirkt. Er schenkt Leben, Kraft, Vergebung und Heiligkeit. Immer wieder hat er Menschen mit besonderen Begabungen ausgestattet. Und gerade im Sakrament der Firmung hat er Geschenke vorbereitet. Deshalb beschäftigten wir uns am Vormittag mit seinen Gaben und Früchten. Am Nachmittag drehten wir eine Runde an der frischen Luft. Es hieß "Iter faciens et colloquens." Impulsfragen zu den verschiedenen Themen der vergangenen Tage unterbrachen den Weg und regten zum Nachdenken und Austausch an.

An unserem letzten Tag (Freitag) vor der Abreise haben wir uns dann intensiv mit dem Empfang der Firmung beschäftigt. Es war noch nicht die Generalprobe, aber jeder sollte wissen, was zu tun ist. Obwohl bei der Spendung der Sakramente ja eigentlich wenig getan werden muss. Es ist eher so, wie es Maria zum Ausdruck bringt, als ihr der Engel Gabriel die Botschaft der Menschwerdung bringt: „Mir geschehe...“ Das Geschehenlassen ist nötig, damit der Heilige Geist wirken kann, was und wie er es möchte. So ist es dann auch der Bischof, der durch sein Tun jedem das Sakrament spendet. Dazu wählen die Firmlinge einen Firmpatron und einen Firmpaten. Bei dem einen oder anderen stehen diese auch schon fest. Über den Mittag bis in den Nachmittag haben wir dann die Innenstadt von Osnabrück mit dem Dom erkundet. Zum Abschluss feierten wir gemeinsam die Hl. Messe als Dank für die schönen Tage hier im Haus Elisabeth in Kloster Lage. Der Abend bot dann nochmal verschiedene Highlights. Gruppenweise präsentierten die Firmlinge ihre Video- oder Fotoprojekte mit ihren besonderen Momenten aus den vergangenen Tagen. So konnten wir nochmal aus verschiedenen Blickwinkeln das Erlebte Revue passieren lassen. Es war eine schöne und intensive Zeit mit vielen bewegenden Begegnungen und Erlebnissen.

Am Samstag, 22.08., sind wir etwas früher aufgestanden, haben gefrühstückt und dann mit vereinten Kräften das Haus geputzt. Dann sind wir nach einer unbeschwerten und guten Fahrt kurz nach 14 Uhr alle wieder heil in Stralsund angekommen.
"Ich fand die Gebetsstationen am Dienstag am schönsten." (Paul)
"Es war ein toller Ort mit viel Atmosphäre und eine Kirche, in der man spürt, dass viel gebetet wurde." (Ingrid Uhlemann)
"Ich fand es sehr schön, zu beichten." (Linus)
"Am besten fand ich die Gemeinschaft und die Abende mit Tischtennis oder Werwolf." (Erik)
"Für mich war das Miteinander am schönsten." (Elisa)
"Das Fußballspielen hat mir Spaß gemacht." (Theo)
"Ich fand den Spaziergang zum Supermarkt, wo wir einkaufen konnten, am besten." (Leandro)
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