Borromäerinnen in Binz

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Borromäerinnen in Binz

# Bericht

Borromäerinnen in Binz

In der Serie: Katholisches Leben in Stralsund wurde ein Artikel zu den Borromäerinnen in Stralsund veröffentlicht. Die Lokalie Binz wurde auch sehr von den Schwestern geprägt. Da diese Gemeinde nun auch zur Pfarrei gehört, möchte ich mit diesem Beitrag das Wirken der Schwestern in Binz würdigen.

Für die vor allem aus dem Sudetenland und Ostpreußen Vertriebenen wurde im März 1946 Kaplan Heinz Möbius (1946 – 1954) nach Binz berufen und mit etwa 1000 Katholiken eine Lokalie gegründet. Vertriebene Borromäerinnen , die zunächst in einem staatlichen Altenpflegeheim tätig waren, dann aber nicht der Aufforderung des Bürgermeisters folgten das Ordensgewand abzulegen und in die SED einzutreten, nahmen dann Quartier im Pfarrhaus. Wie auch in Stralsund haben die Kommunisten in diesen Jahren alles unternommen, um christliches Leben zu unterdrücken.

Die Schwestern waren aktiv in der Alten-und Krankenpflege, machten Küsterdienste, begleiteten den Gottesdienst mit dem Spielen des Harmoniums und Bewirtschaften das Pfarrgelände. Sie waren für Gott und die Menschen da. Die Borromäerinnen fielen im Ortsbild auf und haben es geprägt. Sie kamen mit einem Ordensgewand mit mächtiger Haube daher. Viele Binzer sagten zu ihnen. „Die Pinguine“, wenn sie mit ihren Fahrrädern durch den Ort „schwirrten“. Diese Tracht hat sich dann geändert, sie wurde schlicht und praktisch.

Schwester Dulcedia fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Binz. Sie ist leider an einem Karfreitag zur Vorbereitung der Liturgie zusammen mit Franz Krista bei einem Autounfall tödlich verunglückt. 

In besonderer Erinnerung ist uns noch Schwester Michaela. Vor und nach dem Reli spielte sie mit uns Fußball, rangelte sich mit uns Jungen und war immer zu Späßen aufgelegt. Zu ihrem diamantenen Jubiläum wurde folgende Geschichte erzählt: Als Schwester Michaela sich mit den Gedanken trug, ins Kloster zu gehen, meinte ihre Mutter, dass dies überhaupt nicht zur lebenslustigen Michaela passen würde“. Dass sich ihre Mutter in diesem Punkt irrte und das Ordensschwestern lebensfrohe Menschen sind, das verkörperte Schwester Michaela bis zu ihrem Tode.

Die Schwestern blieben offiziell bis zum 31.12.1978. Sie konnten aber wegen des Jahrhundertwinters 1978/79 erst einige Wochen später Binz verlassen. Sie haben dann noch arbeitsreich und segensreich in Görlitz und Wittichenau gewirkt. Mittlerweile leben alle Binzer Schwestern nicht mehr. Das einst abgelegte Gelübde: Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam haben sie gelebt mit der Grundregel: „Barmherzigkeit in dienender Liebe“.

Dafür ein großes „Vergelt´s Gott“!

Hier zum Schluss noch eine aktuelle Information. Die fünf Borromäerinnen, die den kleinen Konvent im Sankt Carolus-Krankenhaus in Görlitz bildeten, wurden am 04.11.2025 verabschiedet und kehrten in das Mutterhaus zurück.

Norbert Diener

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